Elbkulturfonds 2015 • 50 : 7 die Gewinnchancen

Insgesamt 57 Anträge aus verschiedenen Sparten und Themengebieten sind für den Elbkulturfonds 2015 bei der Kulturbehörde Hamburg eingegangen. „Bei der Jury des Elbkulturfonds handelt es sich um ein von der Kulturbehörde unabhängiges Gremium aus externen Experten aus dem Bereichen Kunst und Kultur. Die Jury trifft ohne Einfluss seitens der Kulturbehörde ihre Entscheidung. Bei der diesjährigen Jurysitzung des Elbkulturfonds 2015 ergab es sich nun erstmalig, dass die Jury durch die ausgewählten Projekte einen inhaltlichen roten Faden erkannte und zum Ausdruck bringen wollte. Dieser rote Faden wurde auf Betreiben der Jurymitglieder entwickelt.“
Wie bereits in den Jahren 2013 und 2014 wurden sieben zu fördernde Projekte benannt. Der Jury gehörten dieses Jahr Frau Prof. Sabina Dhein, Hochschule für Musik und Theater, Hamburg, Herr Prof. Dr. Florian Matzner, Akademie der Bildenden Künste, München, Herr Prof. Dr. Friedrich von Borries, Hochschule für Bildende Kunst Hamburg, Herr Matthias von Hartz, Berliner Festspiele, Berlin und Frau Dr. Margarte Zander, freie Journalisten Berlin/Hamburg, an.
…Der rote Faden wurde erkannt – ganz zufällig von einer Jury mit Matthias von Hartz, der langjähriger Leiter des Sommerfestivals auf Kampnagel war. Anzunehmen ist die Aufführung einiger Projekte des Elbkulturfonds auf Kampnagel:
Jan Dvorak und Baltic Raw ist dort ständig präsent, wo wird der  Der Botschafter: ein deutsch-afrikanisches Singspiel, oder „Planet Hamam – Das osmonische Reich“ aufgeführt?
Die Auswahl  fördert Künstlerinnen, die schon des öfteren mit Fördergeldern bedacht wurden (die ersten 4). Eher ärgerlich für die 50 nicht geförderten Projekte, nachdem der rote Faden gefunden  Weiterlesen

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Künstler machen auf Ikea – in Hamburg

am 30.6.14 eröffnet Ikea seine 1. Innenstadtfiliale in Hamburg-Altona, genauer, in der Großen Bergstraße inmitten eines Wohnviertels.Dafür wurden mithilfe einer beispiellosen Medienkampagne die lokalen Widerstände liquidiert.  mehr dazu >>
Die lokalen Künstler und „Kunst“ Veranstalter sollen und wollen offenbar bei der ästhetischen Anpassung dabei sein. …. hierzu eine Sammlung:
die Altonale, nervt seit fast 20 Jahren mit ihren Freßbuden, dem kümmerlichen Künstlermitmischen usw.

  • da müssen dann auch die unterfinanzierten Stadtteil Kulturzentren  mit einigen Events dabei sein – und die kostenlosen Stamp Künstler betreuen – sonst wird das Bezirksamt böse…
  • das „umgekehrten Dokumentarismus“ Projekt im Künstlerhaus Frise kommt zwar aus Kopenhagen. Die Exponate wirken wie dem Ikea Katalog für die gehobene Mittelschicht entnommen. Die Veredelung des Ikea Images gabs vor 5 Jahren schon mal im Museum für Kunst und Gewerbe mit einer Ikea Design Ausstellung – in der Pinakothek der Moderne in  München und wo noch immer sonst auch.

 

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Krim – Simferopol – Massenexekution von 14 000 Juden (9.-13.12.1941) – der „Fall Eggebrecht“

Viel wird momentan über die „Krise“ in der Ukraine geschrieben, gesprochen und gepostet. Ganz aktuell, die Stadt Simferopol auf der Krim. Vor gut einem ¾ Jahr war der Ort Simferopol schon mal Thema in einigen wenigen deutschen Medien: Die Diskussion um den „Fall Eggebrecht“ verwies auf  jene Feldgendarmerieabteilung 683, die „1941 in Simferopol auf der Krim an einer Massenexekution von 14 000 Juden beteiligt war.“
Zwischen dem 9. – 13.12. 1941  wurden mindestens 14000 Menschen jüdischen Glaubens  von Erschießungskommandos ermordet.
„Dieses Verbrechen in Simferopol markiert mit weiteren vergleichbaren Massenhinrichtungen die Frühphase des Holocaust, der sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht als anonymes, maschinelles Auslöschen darstellte, sondern als Töten, bei dem Täter und Opfer unmittelbar miteinander konfrontiert waren.“ Neuere Forschungen von Boris von Haken hatten ergeben, daß ein „bedeutender Ordinarius bundesdeutscher Musikwissenschaft, Hans Heinrich Eggebrecht, Mitglied  jener Feldgendarmerieabteilung 683 gewesen war.

Eine Realität, die von vielen deutschen Musikwissenschaftlern offenbar ähnlich ausgeblendet wurde (daher die Bezeichnung „der Fall Eggebrecht“), wie die Tatsache, daß die russische Regierung eine andere Erinnerung an die deutschen Einmischung in die ukrainische Politik hat, als der Mainstream der deutschen Medien oder ihr Schmuseboxer W.Klitschko.

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Recht auf Stadt für alle? • Interview mit A.Holm • SZ 2.12.13

aus dem lesenswerten Interview von Laura Weißmüller mit Andre Holm in der SZ 2.12.13:
„Kann es sie geben, die Stadt für alle?
Nein. Das ist ein Mythos, der zu einer völligen Depolitisierung von Stadt- und Wohnungspolitik führt. Wir haben in allen Gesellschaftsbereichen soziologische Befunde, die besagen, die Gesellschaft fragmentiert sich immer weiter. Es wäre völlig absurd davon auszugehen, dass ausgerechnet in der Stadt und der Frage des Wohnens eine große Harmonie und Einheitlichkeit gefunden werden kann. Aber fast alle Parteien versprechen, die Stadt für alle zu bieten – mit jeweils unterschiedlichen Ausschmückungen. Es gibt keine Partei, die sagt, ich vertrete die Belange der Hartz-IV-Empfänger und Familien, die sich in den Zentren keine Wohnung mehr leisten können. Dabei wäre es sehr viel ehrlicher, wenn man verstehen würde, wer eigentlich für welche Interessen streiten möchte.“

Die Forderung nach der Stadt für alle ist also vor allem politische Augenwischerei?
„Die Stadt für alle suggeriert: Es wird eine technische Lösung geben, die es allen recht macht. Aber es wird keine Wohnung für alle geben. Die Wohnung ist immer nur für einen da. Es geht darum, die Konkurrenzen sichtbar zu machen und einen Modus zu finden, wie man regulierend eingreift. Die Stadt für alle kann es gar nicht geben, weil Stadt immer umkämpfter Raum ist.“  

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„Kinder helfen Kindern“ lässt das Lucia Fest im Hamburger Michel feiern. 14.12.13

Ein Paradebeispiel für das Kurzschließen von reaktionären Tinnef und  Event Propaganda.
Nein, es wird nicht Santa Lucia Fest im Abendblatt genannt, im Ndr Tv wurden zwar die tapferen Kinder wegen ihrer auf den Kopf tropfenden Santa Lucia Kerzen gefeatured, die wie von Sinnen durch die schwedische Gemeinde gehen mussten. Das war am Freitag, den 13.12.2013, einen Tag später dann das Event im Michel: Ein märchenhafter Abend, die Benefizveranstaltung des Abendblatt Vereins „Kinder helfen Kinder“. Mit Santa Lucia Lied, Oscar Wildes „der glückliche Prinz“ und, und und  – ein „Fest des Gebens“ – für was ?  die „Hamburger Märchentage“ und die „Dollen Deerns“.

siehe: Ein märchenhafter Abend. HAB 16.12.13

Nun ja, nur warum mit dem Santa Lucia Fest, das in der Tradition älterer Sonnenwendfeierlichkeiten steht (1752 fiel die Wintersonnenwende auf den 13. Dezember)

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Julleuchter

„Ab 1938 wurde den Angehörigen der SS von Heinrich Himmler ein sogenannter Julleuchter und ein Julteller als Weihnachtsgabe überreicht.[37] Diese aus gebranntem Ton bestehenden, mit Runen und altgermanischen Sinnbildern verzierten Kerzenleuchter wurden größtenteils für die SS-eigene Porzellanmanufaktur Allach[139] in den Konzentrationslagern Dachau und Neuengamme in großen Stückzahlen gefertigt. Neben den Julleuchtern aus Keramik waren zahlreiche Modelle aus Holz, meist mit einer zentralen Sonnenscheibe oder anderen Motiven aus der germanischen Mythologie, weit verbreitet.“
aus, und mehr über deutsche Weihnachtsbefindlichkeiten: Nationalsozialistischer Weihnachtskult (Wikipedia)

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