„Wir haben auch extreme Gutmenschen, die eigentlich schon Anti-Deutschland eingestellt sind“ DLF 4.8.15

Zur späten Frühstückszeit am 4. August 2015 im Deutschlandfunk,
Katja Schneidt im Gespräch mit Mario Dobovisek.
Herr Dobovisek versucht sich in Realitätsbeschreibung: „Morgen kommen 50 Flüchtlinge in die Stadt“, dann muss ganz schnell gehen – (…). Die zunehmende Zahl an Flüchtlingen ist eine Belastung für die Städte und Gemeinden. Mettmann (ein Ort in Nordhessen, d.V.) hat unter anderem deshalb bereits die Grundsteuer erhöht.(… um ca. 3% oder war es ein Vorwand?, d.V.)
Der Schauspieler Til Schweiger hat vor zwei Wochen auf seiner Facebook-Seite im Internet einen Spendenaufruf des „Hamburger Tageblatts“ für Flüchtlinge geteilt und wurde anschließend mit tausenden Kommentaren überhäuft – einige davon waren sehr kritisch, zum Beispiel, „Uns Deutschen hilft ja auch keiner, die wollen alle bloß die Kohle abgreifen, wo soll das noch enden?“ Schweiger platzte der Kragen, noch am gleichen Tag antwortete er:“Oh Mann- ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!“
(mehr über den link oben)
und kurz danach Dobovisek:
„Und Til Schweiger will auch weiterhelfen, engagiert sich für den Aufbau eines Flüchtlingsheimes in Osterode im Harz. Aber sind die kritischen Fans, die er beschimpft, durchweg Nazis? Die Autorin Katja Schneidt sagt Nein und antwortet Schweiger auf Facebook ausführlich Ende vergangener Woche und löst damit wiederum eine neue Debatte aus. (…) Ich grüße Sie, Frau Schneidt!
Katja Schneidt: Ich grüße Sie!
Dobovisek: Warum sind Til Schweigers Fans Ihrer Meinung nach keine Nazis?“

Oha!! Til Schweiger hat nicht von Nazis geschrieben, sondern manche seiner Kritiker als „empathieloses Pack“ charakterisiert. Personen, die dem Gegenüber falsche Begriffe in den Mund legen, um in Zeitungskommentaren eine Steilvorlage für die eigenen Ressentiments zu liefern, wird in Internetforen als Trolle bezeichnet.
Hr. Dobovisek ein Troll? Eher ein Troll mit Tarnkappe, denn die Ressentiments breitet nun Katja Schneidt aus.
Und Frau Schneidt kann es, sie liest „Herr Schweiger“ die Leviten, er hätte „differenzieren“ müssen, bei seiner „Vorbildfunktion“, und überhaupt, „seit 2010 haben sich die Zahlen der Asylsuchenden verachtfacht“ – aha, von 3000 auf 24000 oder von 1 Million auf 8 Millionen?

Wir werden in diesem Jahr fünf Milliarden Euro bereitstellen müssen, um das stemmen zu können. Im Gegenzug ist die Rentenerhöhung immer noch unter der Inflationsrate.“

Also, wenn eine die Zahlen kennt, dann Fr. Schneidt.  War sie bislang für eine Rentenerhöhung eingetreten – und was hat die Rentenpolitik nun mit Geldern für die Asylsuchenden zu tun?

Aber so werden Ängste geschürt: „Das Problem ist, dass wir aber fast 40 Prozent Wirtschaftsflüchtlinge aus den Balkanländern haben und dass diese Menschen teilweise fünf, sechs Monate hier sind, bevor sie in ihre Heimatländer zurück abgeschoben werden…
und so weiter, Innenminister de Maziere kann sich auf seine medialen Vorbereiter  verlassen.

Wie die Wirtschaftsflüchtlinge zu solchen werden, das wäre zuviel für die Beiden, wo sie sich gerade so gut verstehen.
Also Hr.Dobovisek will es noch mal von ihr wissen: „Aber warum denken Sie, entlädt sich dieser Frust und der Hass dann ausgerechnet auf jene, die überhaupt nichts für die angesprochene Problematik können, nämlich die Flüchtlinge?“
– und siehe da, Fr. Schneidt antwortet mit derselben Trollstrategie, die er zuvor ins Spiel brachte:

Man muss wirklich differenzieren“… „Nicht jeder, der einfach mal Ängste äußert oder sich Sorgen über die Zukunft Deutschlands macht, ist gleich ein Nazi“
– 
kein Nachfragen, nein, die Interviewpartner verstanden sich auf Anhieb, und so soll das Trollgekuschel auch weitergehen:

Dobovisek:
 Und dazwischen liegt vielleicht der Begriff Asylkritiker – sind Sie eine Asylkritikerin?Schneidt: Nein, ich bin definitiv keine Asylkritikerin

Nein, wie das denn? Sie will nur den „falschen Flüchtlingen“ sofort die Tür weisen, die ihre Altersrente bedrohen – sie als Bestsellerautorin fühlt mit uns/euch, ihr armen, minderbemittelten Deutschen. Denn das Ganze ist „ein Faß ohne Boden“ – und so weiter, usw. – nun es ist das Morgenradio im Deutschlandfunk, der funkt für Deutschland und das denkt dann ebenso, wie der DLF Auftrag lautet – also lieber ausschalten?

Doch da läuft Fr. Schneidt nochmal in Höchstform auf.
Hr. Dobovisek hatte ihr gerade geschmeichelt: „…auch Ihr Post, Frau Schneidt, wurde ja tausendfach geteilt, wir haben es vorhin gesagt und kommentiert – haben Sie damit gerechnet?
Schneidt: Nein. Also ich habe damit überhaupt nicht gerechnet… es kann doch nicht sein, dass jeder, der auch nur mal irgendetwas kritisch anmerkt, sofort in die Naziecke gestellt wird.“
– soll es so langweilig weitergehen?- nein Hr. D. fragte nach:
… -offenbaren die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter jetzt all das, was sonst eher im Verborgenen gebrodelt hat?
Wieso im Verborgenen? Brennen Flüchtlingsunterkünfte im Verborgenen, stehen die unzähligen Hasskommentare in den Zeitungen im Verborgenen?
Fr. Schneidt vermittelt: Ich denke mal, das ist doch ganz klar. Natürlich haben wir hier Nazis, natürlich haben wir hier Menschen mit einer rechten Gesinnung, das ist gar keine Frage. Wir haben auch extreme Gutmenschen, die eigentlich schon Anti-Deutschland eingestellt sind, auch das haben wir.“

Ja auch das haben wir, das muß nun mal gesagt werden,  stellt euch das mal vor, Gutmenschen, die extrem Anti-Deutschland sind, also die Gutmenschen bedrohen Deutschland, die sind in unserer Mitte, nein, die gehören an den Rand:
“ Aber man kann das doch nicht als die Masse der Bevölkerung abbilden.“

Hat das jemand außer das jemand außer den Beiden getan?
Auch egal – Dobovisek: Die Autorin Katja Schneidt über Angst und Wut und die Vielzahl an Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen. Ich danke Ihnen für das Gespräch!
Schneidt: Bitte schön, sehr gerne!“

Der„Empathie“ spielt in den letzten Jahren als Begriff  in öffentlichen Debatten ein größere Rolle, vor 10 Jahren wäre die Tagespresse eher auf Umschreibungen wie Mitgefühl angewiesen, nur Wenige hätten mit dem Begriff etwas anfangen können.
Nun in dem Interview von Hr. Dobovisek die  vereinfachte Gleichsetzung: Nazis = empathielos.
Berichte und Bilder aus der NS Zeit zeigen begeisterte Anhänger, die nur so vor Mitgefühl für alles Deutsche trieften. Die wirkungsvollste Masche der Nazis, um Deutsche für ihre Verbrechen zu begeistern, war das hervor kitzeln des Mitgefühls  (Empathie) für alles Deutsche, für die deutschen Interessen, gegen die Bedrohungen alles Deutschen, die „Blutverderber der Deutschen“ usw. – empathielos kann das nicht benannt werden.
Doch die extremen Gutmenschen sind Anti-Deutschland eingestellt sagt Frau Schneidt und Hr. Dobovisek stimmt ihr freudig zu – im Deutschlandfunk, am 4. August 2015 morgens um 8 Uhr.

Eine Kommentarmöglichkeit hat der DLF nicht – so bleibts im Verborgenen, „was da brodelt“.

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