Recht auf Stadt für alle? • Interview mit A.Holm • SZ 2.12.13

aus dem lesenswerten Interview von Laura Weißmüller mit Andre Holm in der SZ 2.12.13:
„Kann es sie geben, die Stadt für alle?
Nein. Das ist ein Mythos, der zu einer völligen Depolitisierung von Stadt- und Wohnungspolitik führt. Wir haben in allen Gesellschaftsbereichen soziologische Befunde, die besagen, die Gesellschaft fragmentiert sich immer weiter. Es wäre völlig absurd davon auszugehen, dass ausgerechnet in der Stadt und der Frage des Wohnens eine große Harmonie und Einheitlichkeit gefunden werden kann. Aber fast alle Parteien versprechen, die Stadt für alle zu bieten – mit jeweils unterschiedlichen Ausschmückungen. Es gibt keine Partei, die sagt, ich vertrete die Belange der Hartz-IV-Empfänger und Familien, die sich in den Zentren keine Wohnung mehr leisten können. Dabei wäre es sehr viel ehrlicher, wenn man verstehen würde, wer eigentlich für welche Interessen streiten möchte.“

Die Forderung nach der Stadt für alle ist also vor allem politische Augenwischerei?
„Die Stadt für alle suggeriert: Es wird eine technische Lösung geben, die es allen recht macht. Aber es wird keine Wohnung für alle geben. Die Wohnung ist immer nur für einen da. Es geht darum, die Konkurrenzen sichtbar zu machen und einen Modus zu finden, wie man regulierend eingreift. Die Stadt für alle kann es gar nicht geben, weil Stadt immer umkämpfter Raum ist.“  

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