Clandestine Kreative im Finanzamt Altona (GB 264)

Das ehemalige Finanzamt Hamburg-Altona in der Großen Bergstraße 264 stand schon zwei Jahre leer, als es im Herbst 2009 den Frappant Künstlern angeboten wurde. Um sie schnellstmöglich aus dem Frappant zu bekommen und damit Ikea ungestört planen kann, mußte  den „Frappanties“eine Ausweichfläche in Altona angeboten werden. Die Finanzbehörde stoppte damals diese Idee. Ende April 2011 wurde das Gebäude kurzfristig besetzt um ein autonomes Stadtteilzentrum dort einzurichten. Den aufgebauten politischen Druck nutzte dann die Bezirks Spd, um ein sogenanntes Kreativwirtschaftscluster bei der Finanzbehörde durchzusetzen, „die bisher eher an einem Verkauf des Gebäudes interessiert war“ (taz Hamburg 14.10.11). Die Initiatoren der Kampagne“Autonomes Zentrum Altona“ stellten sich etwas anderes denn die Vermietung an Kunsthandwerker vor (bei Mietpreisen zwischen 6 und 10 €) unter Kreativwirtschaftlicher Kontrolle vor. Und nachdem bei der Besetzung keine Vermittlungsangebote von Seiten der Stadt  gemacht wurden, gab es keine Verhandlungen mehr. Dafür flatterten den 40 BesetzerInnen im Dezember 2012 Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch ins Haus. „Insgesamt verlangt die Staatsanwaltschaft 20.000 Euro Strafe von den Aktivisten. Die Betroffenen werden Widerspruch einlegen, so dass eine Flut von Prozessen zu erwarten ist. (Taz 11.12.12)

Kommentar (Taz 12.12.12) „Interessant ist, wer nun in dem Finanzamt residiert:

neben einer Schauspielschule und anderen Mietern sitzt im 5.Stock das Institut für Kultur- und Medienmanagement (KMM), eine „Zweigstelle“ der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Die Namensliste der dort (irgendwie) mitarbeitenden Professoren macht klar, daß es sich hier um einen Thinktank der Medien und Kulturwirtschaft handelt: http://kmm-hamburg.de/institut/team/professoren/

offenbar sollte ein KMM Schild das Gebäude zierenFoto-GB264-aussen-mit-schild-Kopie-Format-Web-507x320

das lohnt sich wohl nicht mehr, aktuell ist davon nichts zu sehen: gb264_ohne_KMM1

denn die Finanzbehörde hat weiterhin vor, das Gebäude zu verkaufen. (Hamburger Abendblatt 27.11.12):
„Das kreativste Amt der Stadt steht vor dem Aus.“ 

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